Texte erfolgreich strecken

Du hast spannende Beobachtungen und Erkenntnisse gewonnen, die anderen Menschen nützen könnten? Nun fängst Du an, einen Ratgeber zu schreiben, stellst aber fest, dass er ziemlich dürftig ausfallen könnte? – In diesem Kapitel erfährst Du, wie Du Deine Arbeit erfolgreich streckst! Quantität vor Qualität lautet das Motto – und diesem folgen wir mit einem Augenzwinkern.

  • Zitate

Zitiere, zitiere, was das Zeug hält! Die Literatur bietet so viele wundervolle Texte, die thematisch immer irgendwie in Deinen Ratgeber passen. Wie wäre es also, statt eigener Gedanken einfach die anderer, erfolgreicher Autorinnen und Autoren aufzugreifen? An sich ist es kein besonderer Akt, da viele Schreibratgeber sich guter Beispiele bedienen. Aber wenn Du Deine Seiten aufblähen willst, dann scheu nicht davor zurück, die Zitate nicht wie alle anderen auf drei bis fünf Zeilen zu beschränken. Nein! Deine Zitate sollen sich über eine halbe oder eine ganze Seite erstrecken. Wichtig ist doch sowieso nur, dass Du korrekt zitierst.

  • Überflüssige Fragen

Willst Du wirklich erfahren, wie Du Deine Texte ohne Mühe erfolgreich dehnst? – Was für eine unnötige Frage! Ob Du liest, um unterhalten zu werden, oder tatsächlich ein paar nicht ganz ernstgemeinte Tipps brauchst, spielt keine Rolle. Als Autorin gehe ich davon aus, dass Du den Text liest, weil die Überschrift Dein Interesse geweckt hat. Die Frage Willst Du erfahren, wie Du schnell Geld verdienst / Dein Leben verbesserst / charismatischer wirst? etc. mitten in einem Artikel, der sich dem jeweiligen Thema widmet, ist ebenso gehaltvoll, wie Coca Cola reich an Vitaminen und Mineralstoffen ist. Nichtsdestotrotz: Die erste Frage in diesem Abschnitt hat den Text um mindestens eine komplette Zeile erweitert. Ist das nicht super? 😉

  • Aufzählungen

Sie sind überschaubar, liefern wichtige Aussagen in knapper Form und strecken den Text, ohne aufdringlich zu wirken: Auflistungen. Vielleicht wurden die relevanten Punkte bereits im vorhergehenden Text angeschnitten. Oder sie wurden mit Beispielen untermalt und damit ausführlich veranschaulicht. Dennoch solltest Du sie auch am Ende des Kapitels noch mal aufführen, damit Dein Werk dichter wirkt. Leser, die den Inhalt des nur dreiseitigen Kapitels schon während des Lesens vergessen haben, werden Dir danken.

  • Einzeiler

Ganz beliebt bei manchen Bloggern: Eine (halb) volle Zeile und dann eine Leerzeile.

Auf diese Weise kann man den Text länger erscheinen lassen, als er es tatsächlich ist.

Sieht zerfleddert aus?

Stimmt!

Da das Lesen am PC aber sowieso anstrengend ist, ist es doch eine feine Sache!

Ein Wort pro Zeile genügt manchmal auch. Selbst wenn es einsam und verlassen wirkt.

Aber Obacht!

Überschreiten die Sätze die Zwei-Zeilen-Marke, dann splitte den Satz und mach zwei daraus.

Die Leser von E-Books oder gedruckten Büchern mögen überflüssige Leerzeilen zwar nicht, dennoch kannst Du Deine Texte aufbauschen, indem Du nach jedem Absatz großzügig Abstände einbaust. Diese werden eher toleriert, als Ein- oder Zweizeiler.

Fazit

Texte zu strecken ist keine große Kunst, wie man unschwer erkennen kann. Halte Dich einfach an diese Tipps, und schon füllst Du mehr Zeilen als gedacht! Zitate bereichern Deine Arbeit, solange sie wohl dosiert eingesetzt werden und deutlich kürzer als eine halbe Seite sind. Die anderen Punkte dienen lediglich dem Zweck, einen Text optisch zu verlängern.

Wenn Euch weitere einfallen, dann hinterlasst bitte einen Kommentar. Vielen Dank!

Posted on: 7. September 2020Carolina

Ein Gedanke zu „Texte erfolgreich strecken

  1. Hallöchen!

    Ein äußerst humorvolles Kapitel diesmal ^_^ Zwar finde ich ein wenig schade, dass nur auf Sachbücher und nicht auf Romane eingegangen wurde, aber du hast so oder so erfolgreich veranschaulicht, wie man einen Text unnötig streckt *nicknick*

    Was Zitate angeht, habe ich eine Frage: Was hältst du davon, sie zu Beginn eines Romans/Kapitels einzubauen? Erstaunlich viele Bücher, die ich lese, scheinen mit welchen zu beginnen, aber den Sinn dahinter verstehe ich nicht wirklich … warum sollte man sein Buch mit Worten einleiten, die man sich nicht selbst ausgedacht hat?

    Überflüssige Fragen erinnern mich an Kurzbeschreibungen. „Wird es ihr gelingen, seine Aufmerksamkeit zu wecken?“ Ja. Ja, wird es. Und trotzdem kommen solche rethorischen und unnötigen Fragen immer noch in Kurzbeschreibungen vor D:

    Aufzählungen und Einzeiler mag ich dagegen ganz gerne. Aufzählungen sind schön übersichtlich, während Einzeiler gerade in Romanen verdeutlichen, wann wir an einer wichtigen Stelle angelangt sind. Klar, man sollte es nicht übertreiben, aber effektiv sind Einzeiler allemal.

    Weitere Möglichkeiten, einen Text zu stecken: Verwende MÖGLICHST VIELE Füllwörter und formuliere ABSOLUT jeden Satz so um, dass er durch LEICHT andere Formulierungen länger wird! Statt „Verwende Aufzählungen“ schreib AM BESTEN „Zähle deine Punkte in Listenform auf“. (Zugegeben habe ich mit Füllwörtern immer noch so mein liebes Problemchen … ich kann einfach nicht aufhören, sie zu benutzen, weil ich mir einbilde, dass sie notwendig sind.)

    Insgesamt ein humorvolles Kapitel, das in mir die Frage geweckt hat, ob es auch eine gute Form des Streckens gibt …?

    Liebe Grüße!
    Tatjana

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